„Blechschaden“ (tatort Episode 8, 1971)

Der erste tatort mit Klaus Schwarzkopf als Kommissar Finke und Wolfgang Petersen in der Regie.

Hintergrundinformationen liefert der „Tatort-Fundus“

Die Schauplätze / Drehorte:

Die Folge „Blechschaden“ wurde genau wie „Kurzschluss“ zu großen Teilen in Barmstedt (in der Nähe von Elmshorn, Itzehoe) gedreht. In Barmstedt selbst gab es in den vergangenen Jahren mehrere Veranstaltungen, bei denen die Episoden aufgeführt wurden und an die Dreharbeiten erinnert wurde.
Wenn man Barmstedt zu fuß erkundet entdeckt man recht schnell den einen oder anderen Schauplatz.

Leider fehlt (uns) von einigen Drehorten aber bisher  jede Spur! Insbesondere die Villa des Bauunternehmers Breuke und die benachbarte Gärtnerei Schindler konnten bisher nicht ermittelt werden.

Das Rätsel um die Breuke-Villa ist gelöst!

Nachdem die Suche nach dem Drehort der „Breuke“-Villa in den letzten Jahren nicht weiter voran gekommen ist, habe ich Anfang Mai 2012 einen Aufruf in der Fundgrube von „einestages.de“ gestartet.

Nach wenigen Wochen kam dann der entscheidende Hinweis von Einestages-Leser Erhard Dreigeist, der anhand von Internetrecherchen, bei denen die Kirche hinter dem Haus der Breukes wohl das zentrale Erkennungsmerkmal war, den Ort ausfindig gemacht hat: Henstedt-Ulzburg.

Ich habe mir heute einen ersten Eindruck vor Ort verschafft: Herr Dreigeist liegt richtig!

Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt dennoch: Die Villa aus dem tatort existiert nicht mehr! An ihrer Stelle steht ein Mehrfamilienhaus, welches schätzungsweise in den späten 1970er Jahren erbaut wurde. Der benachbarte Blumenhandel existiert noch, wenn auch mit deutlich verändertem Gebäude. Gegenüber der Villa, wo zu Breukes Zeiten noch eine Wiese oder ein Bauerngarten zu sehen war, stehen mittlerweile ebenfalls Häuser. In einigen Szenen des tatorts sieht man im Hintergrund ein Fachwerkhaus, dieses existiert heute noch, ist aber durch die neue Bebauung nicht mehr direkt zu sehen.

An der Ecke befindet sich ein Hotel, welches zwischenzeitlich umfangreich umgebaut wurde, aber immer noch zu erkennen ist.

Das Hotel an der Ecke im Filmausschnitt Das Hotel im Jahr 2012 - aus anderer Perspektive

Gegenüber des Hotels steht ein weißes Wohnhaus mit markantem Giebel und einem kleinen Anbau oder einem Erker, auch dieses Haus ist heute noch zweifelsfrei zu erkennen.

Das markante Eckhaus aus der Breuke-Villa heraus aufgenommen Das markante Eckhaus ggü. der Breuke-Villa im Jahre 2012

Die Gärtnerei hat zwar ihr Äußeres verändert, dafür aber den Standort behalten:

Die Gärtnerei neben der Breuke-Villa im tatort von 1971 Die Gärtnerei heute

Neues von der Breuke-Villa

Am 11.August 2012 ist das mittlerweile seit Jahren auf die Suche nach „Finke“-Drehorten eingespielte Ermittler-Duo „Freidahl“ und „Finke“ wieder auf der Suche gewesen. Der Weg führte sie quer durch Schleswig-Holstein, zunächst nach Henstedt.

In Henstedt hatten die Ermittler die Gelegenheit die Inhaberin des Blumengeschäfts neben Breukes Villa zu befragen! Sie erinnerte sich sofort an die Dreharbeiten, die ja teilweise auch auf ihrem Grundstück stattfanden. Besonders Frau Breuke alias Ruth-Maria Kubitschek  ist ihr in Erinnerung geblieben. Darüber hinaus wußte sie zu berichten, dass die Villa Mitte der 1970er Jahre in einer Art „Nacht und Nebel-Aktion“ dem Erdboden gleich gemacht wurde. Sie gehörte zuletzt einem Apotheker aus dem Ort, dessen Kinder kein Interesse an dem Haus hatten und es dann zugunsten eines neuen Mehrfamilienhauses abreißen liessen.

Um sich von den Strapazen der Anreise und der ersten Zeugenbefragung zu stärken, kehrten die Ermittler sodann im Gasthaus „Scheelke“ gegenüber ein. Nachdem die vorzüglichen Schnitzel verspeist waren, ging es sofort wieder an die Arbeit: Herr Scheelke Senior war zufällig im Gastraum und hatte nichts gegen eine kurze Befragung einzuwenden.

Er konnte sich sehr gut an die Dreharbeiten erinnern, die sich insgesamt über rund drei Wochen erstreckten. Ein Großteil wurde gegenüber in der Villa gedreht, eine kurze Szene aber auch bei ihm im Gasthaus! Dabei handelte es sich um die Szene, in der Alwin Breuke an der Gemeinderatssitzung teilnimmt. Diese Szene wurde auf der Veranda des Gasthauses Scheelke gedreht, im Hintergrund ist sogar ein Plakat mit der Einladung zum „Silvesterball bei Scheelke“ zu sehen gewesen. Leider wurde die Veranda schon vor etlichen Jahren zugunsten eines neuen Anbaus abgerissen, so dass ein aktuelles Foto nicht mehr zu bekommen war.

Herr Scheelke hatte die Film-Crew in guter Erinnerung, nicht zuletzt weil es seinerzeit noch keine Errungenschaften wie „Catering“ gab, und die versammelte Mannschaft regelmäßig in seinem Gasthaus einkehrte, um dort die Mahlzeiten einzunehmen.

Die Geschichte der Breuke-Villa weist außerdem noch eine Besonderheit auf: Ihr Erbauer, ein finanzkräftiger Hamburger, hatte sie für eine seine Töchter bauen lassen. Der Gerechtigkeit halber hat die Schwester eine baugleiche Villa bekommen, diese allerdings mitten in Hamburg. Dort soll sie noch heute stehen – das werden wir bei nächster Gelegenheit prüfen!